CSLI

Namenspatronsfest St. Michael Ritterorden

 

Der „Orden der hochlöblichen freien Herren und Ritter des Hl. Michael“, kurz MO oder St. Michael Ritterorden genannt, zählt zu den langjährigen befreundeten Organisationen der Lazarus Union. Die gegenseitigen Besuche der jeweiligen Veranstaltungen zählen immer zu den Highlights eines Jahres für beide Verbände. Es zeigt sich immer wieder, wie schön es sein kann, wenn Organisationen mit gleichen oder ähnlichen Zielen ohne „Konkurrenzdenken“ und ohne „Eifersucht“ gemeinsam schöne Feste in Kameradschaft, gegenseitigem Respekt und langjähriger Freundschaft verbringen.

 

 

Einladung des

Sankt Michael Ritter Orden

am 28. September 2013

zum Namenspatronatsfest

und Jahreskonvent

in die Wehrkirche

St. Michael-Wachau

 

 

 

 

Ein Bericht von Hans Rudolf Gries

 

Liebe Kameradinnen und Kameraden!

Gleich vorweg, mit kleinen Komplikationen folgten wir dieser Einladung, laut Navigationsgerät Weißenkirchen Marktgasse, Objekt befindet sich an der linken Seite, Kirche ist da, aber die Falsche, aufgeregt kamen mir schon die ersten Gäste entgegen, wir sind nicht richtig, noch einige Kilometer weiter Richtung Spitz dort ist diese Wehrkirche  Sankt Michael.

Wir waren ja nicht die einzigen, sogar unser Ordensgeistlicher Mag. Thomas Lackner der die Festmesse abhalten sollte, war bildlich in unserer Nähe, jedoch am anderen Donauufer. Mit einstündiger Verspätung erreichte er uns endlich. Die Zeit nützten wir um die obligaten Gruppenaufnahmen zu machen, egal wie der Event verlaufen wird  ,,gescheite Fotos braucht man“  so die Worte von unserem Senator Wolfgang Steinhardt, die von unserem Korpsfotografen Hannes Hochmuth in die Tat umgesetzt wurden.

Die wirklich alte und bescheidene Wehrkirche wurde uns von (nehme an es war die Frau Mesnerin)  bestens erklärt und auf die Einmaligkeit hingewiesen. So war diese der Sitz der ehemals weitreichenden Pfarre und Mutterkirche der Wachau. Erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 987, der gotische Teil der Kirche wurde zwischen1500-1523 erbaut, durch zwei Brände im Jahre 1532 und 1630 völlig zerstört, aber 1634 wieder aufgebaut. Eine echte Rarität ist die Orgel der Kirche, 1650 entstanden, spielbereit und eine der ältesten Orgeln in Österreich. Sagenhafte sieben Tierfiguren auf dem Kirchendach, stellen Hirsche und Pferde dar, sind aber als ,,Die sieben Hasen von St. Michael“ bekannt und Gegenstand einer Saga.

Endlich traf Hochwürden ein und die Festmesse konnte beginnen. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch den Chor Cantemus unter Leitung von Herrn Erich Klug. Am Schluss der Hl. Messe und nach der Segnung der Insignie, eine vergoldete und reich verzierte Amtskette, überreichte Senator h.c. Wolfgang Steinhardt diese dem Großmeister Michael Kress und dem  St. Michael Ritterorden  als persönliches Geschenk.

Jetzt endlich konnte mit der Weinpräsentation durch Altbürgermeister Prof. Fritz Miesbauer begonnen werden. Köstlicher Grüner Veltliner und frisch gebackenes Brot erfreuten alle. Kurz gestärkt ging’s zur Weiterfahrt zur Ruine Aggstein. Der Schotterweg vom Parkplatz bis hinauf zur Burg brachten  einige Damen und Herren bereits in Verlegenheit, lösten sich doch deren Schuhe auf, bei den Damen kein Problem, ein zweites Paar befand sich im Auto, beim Herrn musste TIXO Klebeband herhalten……

Für den Sankt Michael Ritter Orden begannen der Konvent und die Generalversammlung an welchen unser Präsident als Ehrenmitglied teilnahm. Die meisten Gäste wählten eine Führung auf Burg Aggstein. 

Ein Burgfräulein klärte uns über Geschichte und mit Anekdoten über dieses Anwesen auf, deren Ursprung auf das 12. Jahrhundert zurück geht und von Manegold dem III. errichtet wurde. Verschiedene Besitzer, angefangen bei den Kuenringer, Herzog Friedrich II, und Albrecht V. – Jörg Scheck vom Wald, begann die zerstörte und verfallene Burg wieder aufzubauen. Er entpuppte sich aber im Laufe der Zeit als gefürchteter Raubritter indem er alle Schiffe auf der Donau ausraubte. Später wurde er besiegt von Georg von Stein, der war auch nicht besser. 1529 wurde die Burg durch eine Gruppe Osmanen niedergebrannt. (erste Türkenbelagerung Wiens) Abermals wieder aufgebaut und bewohnt. 1606 erwarb Anna Freiin von Polheim und Parz diese, und errichtete sogar ein kleines Lazarett.

Erst 2003 wurde durch ein Projekt  ,,Attraktivieren der Burgruine“  schadhaftes Mauerwerk ausgebessert und der Eingangsbereich sowie der Rittersaal neu gestaltet. Heute ist es eine schöne Burg und ein beliebtes Ausflugziel. Ich persönlich konnte nur noch schaudern wenn ich an die damaligen Gepflogenheiten denke! Ritter und sonstige Leute wuschen sich maximal 1-2x im Jahr. In Gedanken kam ich von der Jagd oder Kampf zurück, mit dicker Schmutzschicht überzogen und wurde von meiner Burgfrau empfangen, die auch keine Zeit hatte sich zu reinigen. Da halfen auch keine Kräuter oder Rosenblätter mehr.

Erschöpft und durchgefroren ging’s zum Festabend in den Rittersaal. Als ersteres begann die Begrüßung der Festgäste, so waren vertreten der Radetzky Orden, die Weinritter, der Deutsche Schwesterorden St. Michael,  Ostarrichi Orden, der Lions Club und die Lazarus Union.

Sechs neue Ritter wurden aufgenommen. Ein Mentor des Ordens aus Deutschland, das Ehepaar Daume wurden geehrt, sie zur Ehrendame, der Gatte zum Offizier ernannt. Unser Präsident, Senator h.c. Wolfgang Steinhardt bekam den Silbernen Stern des Ordenskreuzes in „brilliantierter“ Ausführung durch den Großmeister und dem Großprior verliehen, – die echte Freude darüber war ihm anzusehen!

Endlich wurde auch der Spruch getätigt: ,,Das Buffet ist eröffnet“

Denn schließlich haben sich bereits alle auf das “Aggsteyner Burgherrengelage” gefreut. Grammelschmalz, gebratene Ripperln, Bratwürste, gebackene Haxen der Burghenne, Knödeln und Kraut wurden angeboten und verspeist.  „Gschmackig“  sag ich nur. Es war jedoch ein feines und gesittetes Gelage, blieben doch die Knochen am Teller, – nicht so wie in Burg Lockenhaus, wo sie einfach über die Schulter geworfen werden. Weiteres hatten wir Messer und Gabeln bekommen.  Süße Ritterspeisen, „Ausgezogene mit Zwetschkenröster“ rundeten dieses Mahl ab.

Jeder war selig, jetzt wurde geplaudert, gescherzt und gesungen, der Chor war in seinen Element, und Chorleiter Erich erkannte sofort auch unser Talent und forderte zum Mitsingen auf.  Wirklich, verstecken brauchten wir uns nicht. Gemeinsam trällerten wir einen Canon und so manches Liedchen. Respekt. Wenn’s am schönsten ist, ist Aufbruch angesagt, schließlich hatten wir noch einen weiten Weg.

Bedanke mich sehr herzlich beim St. Michael Ritter Orden im Namen der Lazarus Union für die Organisation und den schönen Event, und verbleibe bis zum nächsten Mal,

Euer

Hans-Rudolf Gries

 

Bildimpressionen:

 

 

 

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