CSLI

Grosspriorat Österreich

Hospitalischer Orden des Hl.Lazarus von Jerusalem

Großpriorat von Österreich der Vereinigten Großpriorate

www.saintlazarus.at

 Videolink 1: http://www.youtube.com/

 Videolink 2: http://www.youtube.com/watch?v=nnTKjUa3xN4

 

Jahresbericht 2012/Annual Report 2012
Großpriorat Österreich/Grand Priory Austria
Vereinigte Großpriorate/United Grand Priories
Hospitalischer Orden des Hl. Lazarus von Jerusalem/Hospitaller Order of St. Lazarus of Jerusalem

 

(Link zum Bericht/link to the report)

HOLJ-Report-2012

 

watch?v=ZTbpzg70jks&feature=plcp

 

Die (wahre) Geschichte des Lazarus Ordens


Der Hospitalische Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem war ein mittelalterlicher, militärischer, religiöser und hospitalischer Ritterorden, ohne Ähnlichkeit zu den heutigen historischen und karitativen Organisationen unter dem Namen des Heiligen Lazarus.

Militärisch spielte der Orden von 1120 bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts eine Rolle. Bis 1291 konzentrierten sich die militärischen Aktivitäten darauf das Heilige Land zu verteidigen, nach dessen Verlust stand der Schutz von Pilgerrouten im Vordergrund, speziell die nach Santiago de Compestello.

Die militärische Rolle wurde teilweise wiederbelebt als der Orden ein Geschwader von 10 Fregatten unterhielt, die in St. Malo stationiert, und mit Rittern, Novizen und Kaplänen des Ordens bemannt waren. Nach dem Ende der Marineaktivitäten des Ordens 1668, wurde die militärische Tradition in Form einer Marineakademie und der Führung einer Militärschule in Paris, bis zum Beginn der Französischen Revolution 1791, aufrecht erhalten.

In religiöser Sicht war der Orden ursprünglich ein Mönchsorden mit dem dreifachen Gelübde „Armut, Keuschheit und Gehorsam“. Der Mönchscharakter wurde auch nicht aufgegeben als der Orden seine militärischen Aktivitäten begann. Nach der Periode der Kreuzzüge lebte der mönchische Charakter in Form seiner Kapläne, des religiösen Schirmherren, des geistlichen Großpriors, seiner Regeln, Dienste und Tradition im Orden fort. Von den Mitgliedern wurde erwartet, dass sie ihr Leben im Geiste der ökumenischen, christlichen Nächstenliebe führen.

Die hospitalische Tradition des Ordens stammt vor allem von der Gründung eines Hospizes für Leprakranke in Jerusalem im 4. oder 5. Jahrhundert. Einigen Historikern zufolge, wurde der Orden erstmals zur Zeit des Heiligen Basilius erwähnt, als er sein erstes Spital in Ptolemais (Akkon) gründete.

Andere Autoren behaupten, dass der Orden von einer Gruppe armenischer Mönche die nach den Regeln des Heiligen lebten, und sich hauptsächlich um Leprakranke kümmerten abstammt.

Aufgrund dieser mit Ansteckung bedrohten Arbeit, wurden diesen Mönchen Unterkünfte außerhalb der Mauern von Jerusalem zugewiesen, und das Hospiz wurde nahe dem „Lazarustor“ gegründet. Auf Grund dieser Lage wurden sie als „Orden des Heiligen Lazarus“ bekannt.

Die Mehrzahl der Historiker stimmt jedoch darin überein, dass dieser Kontinuitätsanspruch in Wahrheit eine zweifelhafte Behauptung ist, um den Lazarusorden als den ältesten aller Ritterorden darzustellen, da sie in kurzer Zeit Spezialisten in der Pflege und Betreuung von Kranken, Leprösen und Bedürftigen wurden. Ungeachtet der späteren militärischen Rolle, blieb der Orden hauptsächlich hospitalisch, durch ein weltweites Netz von Spitälern und Lazarushäusern und Hilfestellung wo immer Krankheit und Leid den Unterhalt von Lepraspitälern und Lazeretten erfordert.

Nach dem Verlust des Heiligen Landes setzte der Orden seine Aktivitäten in Europa fort, wenn auch nicht zentralistisch. Historische Dokumente belegen, dass im Gebiet des heutigen Großbritannien Lazaristische Aktivitäten stattfanden, ohne bzw. mit sehr wenig Kontakt zu den Brüdern in Frankreich oder Italien. In Italien war der Orden sehr geschwächt und wurde letztendlich mit Päpstlichen Segen und Führung zu dem heutigen „Orden der Hl. Mauritius und Lazarus“ vereinigt der noch heute unter dem „Fons Honorum“ des Haus Savoyen steht.

In Frankreich wurde dem Orden vom Papsttum bei verschiedenen Gelegenheiten aufgetragen sich dem Johanniterorden anzugliedern. Papst Julius II versuchte 1505, wie bereits Inozenz VIII. im Jahr 1498, den Lazarusorden aufzulösen, bzw. in den Johanniterorden zu integrieren. Dennoch übernahm der französische Herrscher die Schirmherrschaft über den Orden des Heiligen Lazarus, jener Herrscher, der später per königlichen Patent vom 31. Oktober 1608 den Orden mit den Orden „Unserer Lieben Frau vom Berg Carmel“ verschmolz.

Diese Vereinigung wurde am 5. Juni 1668 durch päpstliches Legat von Rom anerkannt.

Die französische Revolution und ihre unmittelbaren Auswirkungen bedeuteten die völlige Auflösung des Ordens in Frankreich. Einfach gesagt, der Orden hörte auf zu existieren. Im September 1792 trat der Nationalkonvent zusammen, schaffte die Monarchie ab und errichtete die Erste französische Republik. Da der Orden seit dem 14. Jahrhundert hauptsächlich in Frankreich aktiv war, war er von allen politischen Umbrüchen besonders stark betroffen, insbesondere vom Dekret der Versammlung des dritten Standes vom 30. Juli 1791 das ausdrücklich alle Ritterorden für aufgelöst erklärte. Bis heute haben die verschiedenen französischen Regierungen dieses Dekret aufrechterhalten.

Im Sinne der historischen Genauigkeit bekräftigt unsere ritterliche Gemeinschaft, dass der mittelalterliche Orden des Heiligen Lazarus zu dieser Zeit aufgehört hat zu bestehen.

Gleichwohl versuchen von Zeit zu Zeit einzelne die Aura des Ordens des Heiligen Lazarus wiederzubeleben. All diese modernen Neugründungen sind in den verschiedenen Herkunftsländern als Vereine, ja sogar manchmal als Firmen, oder als in der kirchlichen Hierarchie verankerte Laienvereinigung (Pia Unio) und nicht als Ritterorden registriert. Die Behauptung des Gegenteils gilt in juristischen und historischen Kreisen unbestritten als unwahr. Unsere ritterliche Vereinigung hat mit diesen Verdrehungen der Tatsachen nichts zu tun. Eine selbstgebastelte “Deklaration” zeigenössischer Funktionäre anderer Lazarus Gruppierungen, gibt diesen weder die Legetimität “…der einzig wahre Lazarus Orden zu sein…”, noch werden die historischen Tatsachen darurch außer Kraft gesetzt.

Ungeachtet dessen, stehen die verschiedenen Vereinigungen weltweit in vorderster Reihe bei der Führung und Unterstützung von Medizinischen Zentren, Hospizen, Ambulanz Einheiten und anderen humanitären Institutionen.

Der Orden wurde ritterlich als er im frühen 12. Jahrhundert ein mönchischer Ritterorden wurde. In seinen Reihen dienten jene die bereits Ritter oder adeliger Herkunft waren und ihren Ritterschlag beim Eintritt in den Orden erhielten. Der Orden hatte immer das Recht jeder Person die geeignet erschien die Ritterschaft zu verleihen. Dieses historische Vorrecht wurde 1624 durch einen Akt bewahrt, der die Kategorie der „Gnadenritter“ schuf, welche nicht adelig zu sein hatten. Diese Macht die Ritterschaft zu gewähren blieb vom 12. Jahrhundert an unbeeinträchtigt und bedurfte keiner Anerkennung der Gültigkeit, und dient so als Vorgänger aller laizistischen Ritterschaften bis heute.

Neben den ritterlichen Aspekten geht das Privileg des Rittertums Hand in Hand mit der Verantwortung die Kranken zu pflegen und die Schwachen zu beschützen.

Es war dienen ohne unterwürfig zu sein, der Einsatz der persönlichen Bemühungen und Kraft im Dienste der christlichen und menschlichen Nächstenliebe. Der Orden war keine Belohnung, sondern ein Bekenntnis zu dienen, in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft, die Ziele des Ordens zu verfolgen und in seinem Namen für die Menschlichkeit zu arbeiten. Durch das Engagement seiner Ritter und Mitglieder, dem Ideal der Fürsorge für die Kranken und der Geschichte des Ordens haben die Ordenstraditionen unbeschadet die Jahrhunderte überstanden und sollen so weiter bestehen, solange ein Bedarf an Hilfe für den nächsten besteht.

 

Die Soziale Lage im Großpriorat Österreich

So schön das Verweilen in der Geschichte und in der Vergangenheit auch sein mag, die Gegenwart ist zweifelsohne wichtiger. Der Kontrast von (der sehr häufig stark verzerrten) Vergangenheit und (der leider häufig zu schön geredeten) Gegenwart könnte größer nicht sein.

Dass die Folge davon ist, dass immer mehr Menschen in Armut leben oder Armutsgefährdet sind oder kein Dach mehr über dem Kopf haben, dass Altersheime überfüllt sind, während Personal knapp und unterbezahlt ist, bekommen wir kaum gewahr. Dass Bildung ein Thema geworden ist, über das hauptsächlich bei (europaweiten) Einsparungen geredet wird, wie auch bei jedem Sparplan der Begriff „im Sozialbereich“ als Sparpotential auftaucht, ist alltäglich geworden und keine Sondermeldung wert.

Internationale Solidarität ist unbestritten für Millionen von Menschen (ÜBER)lebensnotwendig, doch soll hier auch einmal der Blick vor die eigene Haustüre in Zeiten von Bankenrettungspaketen in Milliardenhöhe, das Bewusstsein für die Not im eigenen Umfeld schärfen.

Armut & Armutsgefährdung

Laut Statistik Austria waren 2010 12% der Bevölkerung In Österreich armutsgefährdet. bzw. können zwischen 912.000 und 1.096.000 Österreicherinnen und Österreicher als armutsgefährdet bezeichnet werden. 4% der Gesamtbevölkerung sind erheblich materiell depriviert und 6% (nur Personen unter 60 Jahren) leben in (nahezu) Erwerbslosenhaushalten. Insgesamt ist in Österreich somit von rund 1,4 Millionen Ausgrenzungsgefährdeten nach Definition der Europa 2020-Strategie auszugehen, das entspricht 17% der Gesamtbevölkerung.

Auch die Vermögensverteilung zeigt eine dramatische Schieflage  Die Hälfte der privaten Haushalte verfügt gar nur über 8% des gesamten Geldvermögens”, belegen Studien der österreichischen Nationalbank. Das oberste Zehntel besitzt hingegen 54% des gesamten Geldvermögens. Das reichste Prozent (1%) der Haushalte hält 27% des gesamten Geldvermögens. Und das oberste Promille (0,1%) besitzt 8% des Gesamtgeldvermögens. Das entspricht der gesamten unteren Hälfte aller Haushalte, die ebenfalls über 8% des Geldvermögens verfügt.

Stellen wir uns Österreich als einen Garten vor, in dem 10 Personen wohnen mit 10 Äpfeln zur Verfügung. Der reichsten Person allein gehörten fünfeinhalb Äpfel. 3 Personen hätten keinen Apfel.

Wie wirkt sich dies nun auf das Leben des/der Betroffen aus? Hier einige von der Stistik Austria erhobene Auswirkungen

Unerwartete Ausgaben tätigen zu können (63%)

Teilnahme am Alltagsleben – wie zu Beispiel:
1-mal monatlich Freunde oder Bekannte einladen zu können (36%)

Ausreichende und gesunde Nahrung (31%)

Kleidung erneuern zu können (28%)

Angemessene Wohnmöglichkeit – wie zu Beispiel:
angemessene Heizung(13%), trockene Wohnmöglichkeit (20%) ausreichend Platz (22%)
(So können 313.000 Menschen in Österreich in ihren Wohnungen kein Licht einschalten, keinen Heizkörper aufdrehen. Ihre Stromzufuhr wurde von den Energieversorgern gekappt – weil die Rechnungen nicht mehr bezahlt wurden. (Statistik Austria)

Möglichkeiten zur Lebensgestaltung – wie zu Beispiel:
Urlaub (60%), Telefon (17%), PKW (24%)

(Die Zahlen in den Klammern geben den Prozentsatz der von Armut betroffenen an, die sich den jeweils angeführten Punkt nicht leisten können)

Dadurch ergeben sich zwangsläufig Benachteiligungen in vielen wichtigen Lebensbereichen, wie soziale Kontakte, Wohnsituation, Gesundheitsvorsorge, Arbeitsmarktzugang, Bildung und Lebensgestaltung – oder kurz gesagt: AUSGRENZUNG oder SOZIALER AUSSATZ.

Worst Case Szenario: Obdachlosigkeit

Im Jahr 2010 haben sich mit rund 3.000 Menschen, die keinen Schlafplatz hatten, so viele Personen mit Wohnproblemen wie noch nie an die Caritas gewandt. 2009 waren noch 2.600 Personen von Obdachlosigkeit betroffen.

Ein Drittel derjenigen, die sich 2010 wegen Wohnproblemen an die Caritas wandten, war unter 30 Jahre alt. Insgesamt wurden 22.908 Nächtigungen in der Gruft verzeichnet. Derzeit schlafen pro Nacht rund 70 Personen in den Räumlichkeiten.

Auch die Nachfrage nach warmen Mahlzeiten in der Gruft wird immer größer: 2010 wurden 87.670 Speisen ausgegeben – mehr als je zuvor. Vor zehn Jahren seien es noch 58.500 gewesen. Im heurigen Jahr erwartet die Caritas einen weiteren Anstieg auf rund 90.000 Mahlzeiten.

Aussichten

Gerade in und nach Wirtschaftskrisen wird die soziale Ungleichheit größer, wie der renommierte britische Sozialwissenschafter Tony Atkinson anhand von vierzig Wirtschaftskrisen beobachtet hat. Der World Wealth Report berichtet bereits wieder von einem Anstieg des Reichtums der Reichsten um 8%, bei gleichzeitiger Armut und Arbeitslosigkeit.

Wir werden diese Probleme nicht lösen können, aber wichtig ist es, die Stimme zu erheben und sich für eine bessere Armutsbekämpfungs- und Verteilungspolitik einzusetzen.

Und dann ist es auch wichtig, dazu beizutragen, dass Missbrauchsdebatten, Vorurteile und Beschämungen von Menschen mit Armutserfahrungen keine Chancen haben und sich dafür einzusetzen, dass alles getan wird, damit alle die Möglichkeit auf ein gutes Leben haben.

 

DAS ist unsere Mission und nicht um (ev.) festzustellen, wer nun von den vielen “Lazarus Gruppen” die “RICHTIGE” ist. Lassen wir uns doch deshalb von den GEMEINSAMEN Zielen leiten! Stellen wir das GEMEINSAME vor dem Trennenden!

 

 

 

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