CSLI

Sonderinvestitur Burg Kreuzenstein 24.9.2013

 

Ein Bericht von „Spectator“, die Bilder sind von Hannes Hochmuth – Pressefotograph

 

22 Ehrenritter, Komture, Großkomture und Großkreuz-Ehrenritter der Lazarus Union sowie weitere Offiziere, die Ehrengarde und Gäste,  kamen am 24. September 2013 in der Burg Kreuzenstein zusammen, um die feierliche Investitur von Hans Christian Graf Wilczek, dem Besitzer der Burg Kreuzenstein und dem Musikchef und Gardekapellmeister, Oberst dhmtD Mag. Bernhard Heher in einer wirklich außergewöhnlichen Atmosphäre zu begehen.

 

Es war der ausdrückliche Wunsch von Hans Christian Graf Wilczek seine Ernennung und Investitur zum Kollanen-Ehrenritter der Lazarus Union, der höchsten Auszeichnung die die Lazarus Union überhaupt zu vergeben hat, in der Burgkapelle der Burg Kreuzenstein zu begehen, wo in deren Krypta seine Vorfahren die letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Würde eines Kollanen-Ehrenritters der Lazarus Union erhielt vor ihm nur Minister a.D. Dr. Werner Fasslabend, einer der „Pioniere“ der Ehrenritterschaft und Inhaber der „Ernennungsurkunde Nummer 1 der Ehrenritterschaft der Lazarus Union“.

Mit Freude und Stolz erfüllt uns auch die Tatsache, dass Herr Oberst dhmtD Mag. Bernhard Heher die Würde eines Ehrenritters der Lazarus Union angenommen hat. Besteht doch eine enge Freundschaft und Verbundenheit unseres Musikkorps mit der Gardemusik des Österreichischen Bundesheeres. Eine beiderseitige Freundschaft und Verbundenheit, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Die Teilnehmer an dieser Investitur, die mit Absicht vorher nicht auf unserer Homepage öffentlich angekündigt wurde und zu der nur die Ehrenritter, ausgesuchte Offiziere des CSLI und einige wenige Gäste geladen wurden, um den örtlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, versammelten sich vorher in der neu renovierten „Burgtaverne“ und zogen dann gemeinsam, über die Zugbrücke in den phantastischen Innenhof der Burg bis zum Eingang der Burgkapelle, ein.

Es fehlen einfach die Worte um jene Stimmung zu beschreiben, die am Spätnachmittag kurz vor der Abenddämmerung in diesem Teil der Burg herrscht. Deutlich konnte es den Mienen der Teilnehmer angesehen werden, dass sie sich dem fast körperlich spürbaren spirituellen Moment nicht entziehen konnten.

Nach dem festlichen Einzug, der „Kreuzritterfanfare“ und der Begrüßung durch den Großmeister der Ehrenritterschaft, Senator h.c. Wolfgang Steinhardt, erfolgte die feierliche Erneuerung des Offiziersversprechens der Lazarus Union gefolgt von der Festansprache des Großmeisters und der Segnung der Insignien durch Pfarrer GR Mag. Wolfgang Berger.

Alle Abschnitte dieser außergewöhnlichen Investitur wurden eingeleitet bzw. abgeschlossen durch ein Quintett unseres Musikkorps unter der Leitung vom Franz Lentner. An dieser Stelle ein großes Kompliment und ein herzliches Dankeschön an unser Musikkorps.

Der Höhepunk war dann die Investitur selbst. Es war totenstill als hintereinander beide Kandidaten auf die zwei Fragen des Großmeisters: „Ich frage Dich daher vor der versammelten Gemeinde: “Möchtest Du aus freiem Willen als Ehrenritter unserer Gemeinschaft angehören und unser Leitbild anerkennen?“ und „Bist Du Dir bewusst, was es bedeutet, ein Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein?“ mit: “Ich will es von ganzem Herzen!“ und “Ja, das bin ich!“ antworteten.

Nach diesem öffentlichen Versprechen, der Überreichung des Schwertes, des Mantels, der Insignie der Ehrenritterschaft und dem Segen wurden die neuen Ehrenritter mit großem Applaus willkommen geheißen und ihnen zur Ehre die Korpsfanfare gespielt.

Nach einem gemeinsamen Gebet erfolgte das Totengedenken.

Zu den Klängen „Ich hatte einen Kameraden“ gedachten wir in großer Trauer ganz besonders unseres erst kürzlich verstorbenen Vizepräsidenten der Lazarus Union und Großmarschall der Ehrenritterschaft, aber vor allem unseres lieben, loyalen, treuen  Kameraden und Freund Oberst i.R. Reinhard Wassertheurer.

Nach der „Ode an die Freude“ erfolgte der Auszug zum üblichen Gruppenfoto und zu den Gratulationen für die neuen Ehrenritter. Im Anschluss daran ging es in die Burgtaverne wo schon ein „echtes Ritteressen“ (ist ein Geheimtipp und wirklich empfehlenswert!) auf uns wartete. In kameradschaftlicher Stimmung ging dieser weitere Höhepunkt im heurigen Jahr leider all zu schnell wieder zu Ende.

Dank sei auch Obstlt a.D. Rudi Murth, unserem Protokolloffizier, der uns wieder eindrucksvoll durch diese Feier führte und Hannes Hochmuth, der (wie fast immer) für die tollen Fotos verantwortlich zeichnete und an alle, die zum Gelingen dieser Investiturfeier beigetragen haben.

„Spectator“

 

BILDIMPRESSIONEN:

Vorbereitungen

 Einzug

Begrüßung

Offiziersverprechen

Quintett des Musikkorps

Ansprachen und Segnung der Insignien

Investitur Oberst Mag. Bernhard Heher

Investitur Hans Christian Graf Wilczek

Gebet und Totengedenken

Auszug und Gratulationen

In der Burgtaverne zum Abschluss

Danke unserem Spitzenfotografen Hannes Hochmuth!

 

Ansprache des Großmeisters 
 

Hohe Geistlichkeit, sehr geehrte Postulanten und Ehrenritter,
sehr geehrte Festgäste, geehrte Offiziere, Kameradinnen und Kameraden !

 

Ich möchte gerne einige Gedanken zur der nun folgenden Investitur den Postulanten Hans Christian Graf Wilczek und Oberst Mag. Bernhard Heher mit auf den Weg geben.

Das Union Corps Saint Lazarus International, kurz CSLI oder Lazarus Union genannt, sieht sich in seiner Formation ein wenig als „Traditionsnachfolger“ der früheren Ritterheere und ist vor allem aber den Idealen und dem Gedankengut des Hl. Lazarus von Bethanien verpflichtet. Die vier Eckpfeiler des CSLI, nach denen alle CSLI Mitglieder zu leben und zu handeln versuchen, sind:

Toleranz, Demut, Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Das CSLI ist keine „Rittervereinigung“ oder ein „Ritterorden“ sondern eine internationale Vereinigung, die je nach Möglichkeit und lokalen Gegebenheiten versucht, Menschen zu helfen oder einfach eine kleine Freude zu bereiten. Derzeit hat das CSLI  über 16.000 Mitglieder, in über 60 Organisationen in über 70 verschiedenen Ländern auf allen Kontinenten und wächst laufend und kontinuierlich weiter.

Die ritterlichen Tugenden, denen sich unsere Gemeinschaft verbunden fühlt, haben auch in der modernen Zeit nichts an Bedeutung verloren. Eine ritterliche Gesinnung in sich zu tragen ist nicht abhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe, Stand und Geld. Diese Gesinnung wächst und gedeiht nur durch die Menschen selbst, die eine solche Gesinnung im Herzen tragen, bereit sind dafür auch zu kämpfen und einzustehen.

Ritter bzw. ritterlich zu sein zu sein war niemals einfach und wird auch in der Zukunft Anforderungen an uns stellen, die bis an die Grenze der Belastung gehen können. Dies in Demut und in Würde anzunehmen und zu ertragen ist auch, so meine ich jedenfalls, ein PRIVILEG, welches nicht allen Menschen gewährt wird. Wir sollten uns dieser Aufgabe daher mit Freude und Engagement stellen und alles versuchen uns dieser Aufgabe auch würdig zu erweisen. Persönliche Empfindlichkeiten sollen und müssen dem gesamten gemeinsamen Zielen untergeordnet werden.

Ganz besonders sei aber gerade heute erwähnt, dass das bis auf das Jahr 1240 zurückgehende Geschlecht der Wilczek im Jahre 1713, also vor genau 300 Jahren in den Reichsgrafenstand erhoben wurde und dass der Großvater von unserem Hans Christian Wilczeck heuer 100 Jahre alt geworden wäre.

Wenn man sich die Geschichte der Burg Kreuzenstein ansieht, die wir heute als unseren Titularsitz nennen können und in deren Burgkapelle wir heute ein so schöne Investitur feiern dürfen, so ist leicht zu erkennen, weshalb gerade die Burg Kreuzenstein so gut als Titularsitz für die Ehrenritterschaft der Lazarus Union geeignet ist.

So wie die Burg Kreuzenstein bis zum Dreißigjährigen Krieg nie erobert wurde, und erst 1675 gesprengt wurde, bestand auch der Lazarus Orden bis zum Ende der Französischen Revolution, bis er 1830 per Dekret aufgelöst wurde

Idealisten ließen den Lazarus Orden im Jahre 1937 wieder auferstehen und knüpften an die alten Traditionen anknüpften und auch die Familie Wilczek hat Ende des 19. Jahrhundert damit begonnen, diese Burg, anknüpfend an die alten Traditionen wieder aufzubauen.

Die Burg in der neuen Art hat ein etwas anderes Aussehen als die ursprüngliche Burg Kreuzenstein obwohl viele originale Bauteile verwendet wurden und auch der „neue“ Lazarus Orden ist in seinen „Bauteilen“ auf die Wurzeln der Kreuzritter zurückzuführen. Tatsächlich ist er aber eine Neugründung (eine neue Burg) und wie auch die Lazarus Union, eine moderne, weltweite, karitativ tätige Hilfsorganisation, die auf den Idealen des ursprünglichen Lazarus Ordens aufbaut, ohne unbedingt ein Orden (weder ein weltlicher noch ein geistlicher) sein zu müssen!

Aufgebaut auf den Resten der alten Burg, sind die alten erhaltenen Teile der alten Burg deutlich zu sehen. Genau so, wie auch bei der Ehrenritterschaft der Lazarus Union die alten ritterlichen Tugenden gehegt und gepflegt und einer modernen Gesellschaft sichtbar gemacht werden.

Deshalb passen die bewegte Geschichte der Burg Kreuzenstein und die nicht weniger ereignisreiche Geschichte der Ehrenritterschaft der Lazarus Union so gut zusammen und deshalb sind wir sehr froh, gerade DIESE Burg Kreuzenstein als unseren offiziellen Titularsitz bekommen zu haben. Ich selbst habe die Burg schon als 6-jähriger Wölfling bei Ausflügen zu lieben gelernt und diese Liebe ist bis heute ungebrochen. Dass ich heute als Großmeister der Ehrenritterschaft hier in dieser Burgkapelle eine Invetitur mit Euch feiern darf, ist für mich einer der Höhepunkte meines Lebens.

Ihr, sehr geehrte Postulanten, habt Euch immer bemüht, diese ritterlichen Tugenden zu leben und danach zu handeln. Eure Einstellung zu unserem Leitbild ist vorbildlich und Ihr habt Euch dadurch die Würde und die Auszeichnung, der Ehrenritterschaft der Lazarus Union anzugehören, redlich verdient. Diese Feststellung ist und soll aber keine „Momentaufnahme“ sein und ich möchte Euch ein Zitat des verstorbenen Papstes Johannes XXIII mit auf den Weg geben. Er sagte nämlich:

“Meine Schwestern und Brüder, Ihr sollt niemals anfangen aufzuhören und niemals aufhören anzufangen!”

So wie in frühren Zeiten, wo die Tat eines Einzelnen ganze Schlachten entschieden hat, kommt es auch heute auf JEDEN Einzelnen an, wie er SEINE Aufgabe als „moderner Ritter“ zu erfüllen vermag. Seid mutig! Seit konsequent und steht zu Eurer Ehre!

Ich habe als Großmeister unserer Ehrenritterschaft das große Privileg und die große Freude, diese Eure Verdienste in dieser Investitur öffentlich auszeichnen und ehren zu dürfen und Euch in dieser Zeremonie die Würde eines Ehrenritters der Lazarus Union, , nach einstimmigen Beschluss und in geheimer Abstimmung des Kapitels, zu verleihen.

Ich hoffe, dass Eure Vorbildwirkung auch andere Menschen inspirieren möge, nicht nur an sich und die eigenen Befindlichkeiten zu denken, sondern auch anderen Mitmenschen uneigennützig Freude zu bereiten.

Unsere eigentlichen Wurzeln gehen zurück in das Jahr 340 n.Ch. wo das Wort „Lazariter“ erstmals für ein Leprakrankenhaus vor den Toren Jerusalems urkundlich erwähnt wurde und daraus wurde im Laufe der Zeit das „Lazarett“.

Zur Zeit der Kreuzzüge wurden dort die leprakranken Ritter gepflegt und daraus entwickelte sich der „militärische Teil“ des „Hospitalischen Ordens des Hl. Lazarus von Jerusalem“, der sich aus den, an der Lepra erkrankten Rittern  im Heiligen Land rekrutierte und die „Armee der Lebenden Toten“ bildete. Die heldenhaften Taten dieser Ritter sind bekannt, da sie lieber im Kampfe sterben wollten als langsam an der Lepra zu verfaulen.

Nach dem Fall von Akko, verließen die Lazarusritter das Hl.Land und kamen über Zypern, Rhodos und Malta nach Frankreich, wo sie bis zur Französischen Revolution unter dem „Fonds Honorum“ der französischen Könige gestanden sind und über fast 600 Jahre die Offiziere der französischen Kriegsflotte gestellt haben. Nach der französischen Revolution wurde der Orden im Jahre 1830 per Dekret aufgelöst und erlosch laut Ordensregel 50 Jahre nach dem Tod des letzten Ordenritters im Jahr 1857 endgültig im Jahre 1907.

Im Jahr 1937 wurde der sekular Orden neu errichtet und es gibt (leider) derzeit fast ein Dutzend „Lazarus Orden“, die alle behaupten der jeweils „Richtige Lazarus Orden“ zu sein. Leider oftmals zum Teil mit absurden „Beweisen“ und selbst erstellen „Kontinuitätsdekreten“. Keine Gruppierung der neu gegründeten „Ordensgruppen“ hat daher die Anerkennung des Hl.Stuhls. Es sind streng genommen „Ritterliche Vereinigungen“ und keine Orden im eigentlichen Sinne. Organisiert zum Teil als Firmen, bzw. hauptsächlich als Vereine.

Die LAZARUS UNION stellte immer und von Beginn an und hier nochmals klar fest: Sie ist weder ein geistlicher noch ein weltlicher Orden, gehört keiner bestimmten Religionsgemeinschaft an und ist daher auch keiner Religionsgemeinschaft verpflichtet, noch wird eine kirchliche Anerkennung, gleich welcher Art auch immer, angestrebt. Die LAZARUS UNION möchte mit allen Religionen, Gruppen und Personen friedlich und respektvoll zusammen arbeiten, grenzt niemanden aus und hat in ihren Statuten die Toleranz, Demut, Barmherzigkeit und Nächstenliebe festgeschrieben.

Werte für die unsere Postulanten stehen, die in Kürze die Würde eines Ehrenritters der LAZARUS UNION erhalten und dies durch ihr öffentliches Versprechen vor uns allen bekunden werden.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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